Donnerstag, 27. September 2007

Horse Flu

Equine Influenza ist mittlerweile zu einem riesigen Problem eskaliert. Pferdetransporte sind streng verboten. Entsprechend sind bei allen grösseren Strassen Leuchttafeln aufgestellt. Orte mit erkrankten Pferden werden unter Quarantäne gestellt. Laufend müssen Pferderennen abgesagt werden. Neben der Pferdeindustrie leiden vorallem auch die Wettbüros darunter. OL-Wettkämpfe hingegen dürfen vorerst noch durchgeführt werden, jedoch nur mit entsprechenden Vorsichtsmassnahmen...

Dienstag, 25. September 2007

Haussuche in Sydney

Die Haussuche hier in Sydney ist äusserst schwierig und nervenaufreibend. Wenn man so rumhört an der Schule, wie die Familien zu ihren Häusern gekommen sind, könnte man wohl ganze Romane schreiben. Erstens läuft alles sehr kurzfristig und schnell ab, da die Kündigungsfrist nur 3 Wochen beträgt. Man muss also schnell sein und laufend rennen, wenn etwas neues auf dem Internet ist. Die Vermieter wollen zudem oft höchstens 1-Jahresverträge abschliessen, da die Mieten laufend so stark steigen, dass sie das Haus ein Jahr später schon wieder zu einem deutlich höheren Preis vermieten können- ohne Renovation versteht sich. So kostet ein kleines Haus mit dem Innenausbauniveau à la Durchschnittsschweiz in einem Umkreis von 25 km rund um Sydney (nicht im noch teureren Zentrum oder am Meer) zwischen 1'200 bis 1'600 CHF – pro Woche notabene!

Hohe Preise und dazu schlechte Hausqualität: Im Internet sieht immer alles wunderschön aus, aber die Wirklichkeit ist es leider meistens ganz anders: Völlig alt und kaputte Apparaturen und Räume, Häuser ohne Bausubstanz, ganze Zimmerdecken voller Schimmel oder dann liegt das Haus direkt neben der 6-spurigen Hauptstrasse etc.
Wir haben inzwischen gelernt, die Beschreibungen im Internet richtig bewerten zu können: So ist ein „renovated“ für unser Vorstellung knapp akzeptabel sein (Preis ab 4'000.-/Mt), „partly renovated“ heisst, dass es z.B. eine neue Waschmaschine hat, aber ansonsten alt ist und ein Haus mit der Beschreibung „well maintained“ ist schlicht eine Katastrophe (alt, baufällig, schmudeli, dunkel und hat wohl Kakerlaken oder Schimmel), der Preis liegt aber trotzdem über 3'000.-.
Am sichersten ist man, wenn man in ein neu erstelltes Haus geht. Aber auch hier kanns Probleme geben: Die Telefonleitung kann gänzlich fehlen oder man erfährt 3 Wochen nach dem Einzug, dass das Haus nun verkauft werden soll, nun einen Monat lang Besichtigungen stattfinden und die Aufrechterhaltung des Mietvertrages nach dem Verkauf unklar ist – dies ist soeben einer befreundeten Familie passiert.

Unsere Bekannten hier zahlen alle zwischen 4'500.- bis 9'000.- pro Monat! Die Löhne sind aber eher tiefer als in der Schweiz.....
Eine andere Variante ist, ein Haus zu kaufen und dann in 2-4 Jahren wieder zu verkaufen. Ein guter Gewinn ist vorprogrammiert. Nur: So ab 2 Mio ist man langsam dabei, die meisten Häuser mit Pool an einer ruhigen Strasse kosten zwischen 4-5 Mio $...

Ja, so sind wir sehr froh, etwas gefunden zu haben. Gestern war die Schlüsselübergabe – mehr davon im nächsten Beitrag....

Samstag, 22. September 2007

Arbeitsweg


Zur Zeit wohnen wir noch in Meadowbank direkt am Paramatta-River, nord-westlich vom Zentrum. Da die deutsch-internationale Schule in diesem Gebiet ist, wollen wir auch im nördlichen Stadtgebiet wohnen. Allerdings ist mein Arbeitgeber südlich vom Stadt-Zentrum, zwischen CBD und dem Flughafen. Das bedeutet, dass mein täglicher Arbeitsweg irgendwo mitten durch die Innenstadt führen muss. Aus der Schweiz bin ich mich gewohnt, mit dem Zug zur Arbeit zu gehen. Diese Möglichkeit steht mir auch hier offen. So muss ich 5 Minuten zu Fuss zur nächsten Bahn-Station gehen, dort mit dem Zug ca. 35 Minuten ins Stadt-Zentrum (Central) fahren, umsteigen und eine Station Richtung Flughafen fahren und schliesslich zu Fuss nochmals gut 10 Minuten ins Büro marschieren. Dies dauert ziemlich genau eine Stunde. Dabei sind die Züge erstaunlich zuverlässig, jedoch meist ziemlich überfüllt. Von einem 1. Klasse Abteil kann man hier nur träumen. Als Alternative habe ich auch die Möglichkeit 5 Minuten zum Schiffssteg zu gehen, eine Katamaran-Fähre zu besteigen Richtung Circular-Quai, dort weiter südwärts mit der U-Bahn und wieder gut 10 Minuten zu Fuss. Natürlich kann ich mich auch knapp eine Stunde lang im stop&go Tempo durch den immensen Stadtverkehr quälen, was ich so weit als möglich vermeiden möchte.

Freitag, 21. September 2007

Linksverkehr im OL


Der letzte Sonntag hatte uns mit strahlend blauem Himmel empfangen. Das traf sich gut, denn es stand ein Metro-League OL auf dem Programm. In einem Park beim Paramatta-Lake wurde der Final der Club-Wettkämpfe ausgetragen und wir waren in der Klubmanschaft von Uringa fest eingeplant. OL im Park verspricht oft eher einfache und schnelle Bahnen. Diesmal gab es jedoch viele schmale und verschlungene Pfade durch dichte Vegetation mit vielen Felspartien rund um einen Parksee. Öfters begegnete man dabei Läufern, welche in der entgegengesetzten Richtung unterwegs waren. Beim Ausweichen auf den engen Wegen musste ich feststellen, dass mein Instinkt noch nicht vollständig auf Linksverkehr umgepolt ist. Zum Glück waren wir mit unseren ausländischen OL-Dress unterwegs, da ist ein solcher Fehler mit einem „Sorry“ sofort geregelt.

Dienstag, 18. September 2007

Bundesjugendspiele

Jeweils im September finden in ganz Deutschland an den Schulen die sogenannten Bundesjugendspiele statt. Auch die Deutschen Internationalen Schulen wie die unsrige hier in Sydney beteiligen sich daran. So begaben sich am 12. September die 3.-12. Klässler der Germain International School auf den Sportplatz und massen sich in 4 leichtathletischen Disziplinen:
Sprint, Langdistanzlauf, Weitsprung und Weitwurf. Die Schüler erhielten dann Punkte für ihre jeweilige Leistung. Auch Noel konnte mitmachen und freute sich schon lange zum Voraus auf diesen Tag. Seine Paradedisziplin war der Langdistanzlauf über 1'000 Meter, welchen er in 4 Minuten 20 Sekunden dann auch gewann (auf einem Rasenplatz..). Heute hat er nun stolz die Siegerurkunde nach Hause gebracht...

Montag, 17. September 2007

Northern Beaches

Am Samstag freuten wir uns auf eine Rundfahrt im nördlichen Teil von Sydney. Dabei wollten wir mal die Küstenpartien und deren Strände besuchen. Neben den bekannten Manly und Bondi Beaches gibt es aus unzählige ebenso schöne kleinere Sandstrände. So fanden wir bei Mona Vale und bei Dee Why zwei sehr schöne Strände mit genügend Parkplätzen und zu dieser Jahreszeit noch wenig Badenden vor. Bei 18° Wassertemperatur kann man allerdings nicht sehr lange ohne Gummianzug im Wasser ausharren.

Weiter gings dann in den French-Forest Park zum Europafest. Dort haben wir uns mit „Europäischen“ Familien zu einem gemütlichen Abend mit österreichischen Volkstänzen, Sauerkraut und Feuerwerk verabredet.

Dienstag, 11. September 2007

Off-Road Erfahrung

An diesem Wochenende haben wir zum ersten mal an einen OL Weekend teilgenommen. Die beiden Läufe fanden in der Umgebung von Goulburn, kurz vor Canberra, statt. So machten wir uns mit unserem weissen blitz-blanken Toyota Corolla (meinem Geschäftsauto) auf den Weg: Knapp 200 km Autobahn nach Süden, dann ein paar km Nebenstrasse. Nun gings aber weiter ins Buschland: 16 km Feld oder Wald Strasse und an Schluss noch über Wiesen. Die Feldwege waren anfangs noch schön platt gewalzt. Den vereinzelten Wasserlöchern konnte man locker ausweichen. Doch dann häuften sich die Löcher so dass man abbremsen musste, um auszuweichen. Bald konnte man erst gar nicht mehr beschleunigen, da der Weg aus lauter Löchern bestand. Zwischendurch mussten wir auch den vorbeirauschenden Aussies mit ihren Off-Road Wagen Platz machen. Vermehrt bekamen wir nun auch die Berührungen des Unterbodens zu spüren. Langsam änderte sich die Fahrbahn so, dass wir unser Stadtauto über abgeschliffene Felsplatten steuern mussten. Und immer noch zeigten die OL-Schilder an, dass es weiter geht. Wir passierten viele Termitenstöcke und mussten Zauntore hinter uns wieder schliessen. Endlich kamen einige parkiert Autos in Sichtweite und der Platz-Einweiser deute uns den vorgesehen Parkplatz an: Eine Wiesenstelle bei einer Waldlichtung voll bedeckt mit Bodensträuchern. Nach kurzem Zögern versuchte ich es meinen Vorgängern gleich zu tun: Ohren zu – und durch.

Da uns ein Autokauf kurz bevorsteht, sind wir froh um dieses Schlüsselerlebnis. Wir wissen nun sehr genau, welchen Autotyp wir brauchen!

Freitag, 7. September 2007

Father's Day

Es gibt Bereiche, da sind die Australier sehr fortschrittlich gesinnt. So sind sie uns in Sachen Gleichberechtigung meilenweit voraus: Am ersten Sonntag im September feiern sie den Vatertag. In der Woche davor wird dies in der Werbung in Zeitungen und Fernsehen unübersehbar angekündigt: Vatertags-Angebot XY, Vatertags-Ausverkauf etc. Nur, bis in unsere Familie ist diese Werbung (noch) nicht vorgedrungen. Trotz wiederholten Hinweisen musste ich feststellen, dass die Umstellung auf die hiesige Tradition doch viel länger dauert, als angenommen. So freue ich mich auf den Vatertag im nächsten Jahr und gebe mich diesmal mit einem Badge zufrieden:

Mittwoch, 5. September 2007

Sightseeing mit Frauenklub

Die meisten Familien mit Kindern an der German International School bleiben nur 2-3 Jahre an einem Ort, dann gehts ins nächste Land. Dies bedingt, dass sich sowohl die Kinder wie auch die Eltern immer wieder neu orientieren und einleben müssen, was sich in einer offenen und unkomplizierten Art bemerkbar macht. Alle sind auf der Suche nach Kontakt und Beschäftgung, insbesondere auch die vielen Mütter (die Männer sind ja meistens stark beruflich engagiert und auch häufig im Ausland unterwegs). Diese offene Art erleichtert es einem sehr, „Gleichgesinnte“ zu finden, mit denen man sich austauschen und auch die Freizeit verbringen kann.
Ich habe eine Gruppe von ca 5 Frauen gefunden, 4 Deutsche und 1 Schweizerin, welche sich regemässlig trifft: Jeden Dienstag machen wir Sight-Seeing in Sydney (Besuche von Museen, Ausstellungen , Lädele etc), jeden Donnerstag gehts zum Joggen. Oder dann gehen wir nach der Schule in einen Park mit unseren Kids, damit sich diese noch etwas austoben können.
So füllt sich die Anfangs „leere“ Woche nun auch für mich zunehmends und es ist angenehm, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, denn am Anfang gibts tausend Fragen und Probleme, die gelöst werden müssen. Zudem kommt man etwas raus aus den eigenen vier Wänden.

Auch die Schule organisiert diverse Anlässe für die Eltern oder Eltern mit Kinder, um das gegenseitige Kennenlernen zu fördern. So fand vor 2 Wochen der Morning Tea für alle neu eingetroffenen Eltern statt (ich war wohl gerade am Gipfeli-Kauen...):

Man beachte die Mineralwasserflasche auf dem Tisch: Heidiland...


Sonntag, 2. September 2007

Rugby Match

So wie in der Schweiz Fussball die Sportsendungen dominiert, ist es in Sydney mit dem Rugby (NLR). Unsere Jungs könnten Stunden lang Rugbyspiele mitverfolgen und haben nun auch begonnen, in der Schule in den Pausen um den ovalen Ball zu kämpfen.Heute haben wir uns nun entschieden, im berühmten Hauptstadium der Olympischen Spiele 2000, das sogenannte Telstra-Statium, einen Rugby Match zu besuchen. An diesem Wochenende wird die letzte Runde ausgetragen, bevor dann die ersten 8 Mannschaften im Cup-System gegeneinander antreten müssen. Die Sydney-Roosters aus unserem Viertel sind noch auf dem 10 Rang und müssen unbedingt gewinnen. Die Rabbitohs aus dem Süden von Sydney sind auf dem 6 Rang und sind demnach Match-Favorit.
Noel und Corsin hatten anfänglich Schwierigkeiten, sich diese Namen zu merken. Da ist FCL oder FCB schon wesentlich einfacher. Es ging besser, nachdem wir endlich die Farben des Heimteams herausgefunden haben. Doch dann war es schon zuspät: Wir befanden uns mitten im Sektor der „anderen“. Dank einem Blitzstart der Roosters (20:0 nach der ersten Halbzeit) hatten wir jedoch nichts zu befürchten. Das 80’000er Stadium war gut zur Hälfte gefüllt, überall genügend Platz, gute Sicht (auch auf die riesigen Bildschirme) und nie ein Gedränge. Zu Spielende stand es 26:12 für „unser“ Heimteam, und wir konnten mit einem Erfolgserlebnis den Heimweg antreten.
Es ist schon erstaunlich, wie friedlich eine solche Grossveranstaltung abläuft und wie bunt durchmischt das Publikum ist: So findet man sehr viele Familien mit Kindern und Grosseltern. Alles läuft friedlich ab, auch beim Anstehen und Verlassen des Stadiums. Kein Gedränge, keine Ausschreitungen, keine betrunkenen Zuschauer. Tausende strömen fröhlich in Richtung der vielen Parkhäuser und der extra erbauten Railway-Station. An einem Challenge-League Fussballmatch Kriens-Chiasso auf dem Kleinfeld haben wir wesentlich mehr Gewalt im Publikum gesehen als hier.