Freitag, 30. November 2007

Spinnenalarm

Zur mentalen Vorbereitung für unsere Expedition gehörte auch das Thema „Spinnen in Sydney und Umgebung“. Einerseits konnte man viel lesen über die grossen und teilweise aggressiven und sehr giftigen Spinnen, welche in Häusern und Vorgärten vorkommen können. Andererseits hörte man von erfahrenen Sydneysiders, die nie welche zu Gesicht bekamen. Jedenfalls waren wir froh, zu Beginn in einer Appartementwohnung im 7 Stock zu wohnen. Doch mit dem Umzug in ein Einfamilienhaus mit Umschwung und Kellergeschoss mussten wir uns wohl oder übel mit der 8-beinigen Gefahrenquelle auseinander setzen. Vorsorglich liessen wir das Haus vor dem Umzug chemisch behandeln und erhielten ein Jahr Ungeziefer-Garantie. Das Kellergeschoss jedoch hat beim Garagentor zu den Innenräumen viele Spalten, wo jede noch so grosse Spinne aufrecht reinmarschieren kann. So haben wir dort zusätzlich noch einen Spray montiert, der periodisch Duftstoffe abgibt, welche Spinnen vertreiben sollen.

So weit so gut, abgesehen von Hauthüllen in dunklen Kellerecken haben wir bisher in Haus und Garten keine Bedrohung festgestellt. Nicht gerechnet haben wir aber mit einer Begegnung im Auto! Als wir neulich bereit waren zur Abfahrt zu einem Familienausflug und noch die letzten Dinge im Kofferraum verstauen wollten, huschte plötzlich eine dunkle, langbeinige und haarige Huntsman Spinne (Abbildung) durch den Kofferraum. Sibylle löste sofort Spinnenalarm aus und holte die Kinder schnell wieder aus den Autositzen. Zwar wusste ich, dass diese bis zu 15 cm grosse Spinnenart nicht sehr gefährlich war (aber schmerzhaft), jedoch war ich überrascht, wie flink sich diese unter den Rucksäcken verstecken konnte. So blieb uns nichts anderes übrig, als unser Gepäck aus dem Auto zu zerren und sie so in die Flucht zu schlagen.


Montag, 26. November 2007

Sydney Christmas Parade

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Da es bei uns allmählich heiss wird, fällt es uns schwer, uns auf weihnächtliche Stimmung einzustellen. Kaum zu glauben, dass in einem Monat schon Weihnachten ist. Hier gibt es keine Weihnachtsbeleuchtung in den Strassen und Kerzen kommen mit Sonnenbrille auch nicht zur Geltung. So haben wir uns entschlossen, die grosse Christmas Parade in der Innenstadt von Sydney zu besuchen. Ohne zu wissen was uns erwartet sind wir mit den Kinder in die Volksmassen zwischen den Hochhäusern eingetaucht. Schliesslich sind wir als Luzerner das Strassengewühl von der Fasnacht her gewohnt. So geschah es auch, dass uns die Parade eher an die Fasnacht als an Weihnachten erinnerte. Musikgruppen mit Marschmusik oder Dudelsack, Tanzgruppen mit leichtbekleideten Weihnachtsdamen, viele farbig geschmückte Lastwagen verschiedener Volksgruppen. Nur aufmerksame Zuschauer konnten auch eine Maria und eine Krippe erkennen. Der Abschluss bildete schliesslich ein vorbeirauschender Anhänger mit der Weihnachtsgeschichte in Grossformat.







Montag, 19. November 2007

Schulweg

Mit der Züglete nach St. Ives hat sich der Schulweg der Jungs – vorerst - deutlich verlängert, so sind es nun 11 km (wenn die Schule dann ihren Neubau in Terry Hills bezieht, sind wir dann wieder sehr nahe). Ohne Stau schafft man die Autofahrt in 15-20 Minuten. Doch am Morgen herrscht in ganz Sydney ein grosses Verkehrschaos und man benötigt für die Strecke 45-50 Minuten.
Diese Tortur des 2-maligen Hin- und Herfahrens (Kinder 50 Minuten zur Schule fahren, dann wieder nach Hause und um 14 Uhr wieder in die Schule um sie abzuholen und dann wieder zurück) habe ich gerade 1 Tag mitgemacht. Nun gehen sie mit den Schulbus, welcher ca. 15 Kinder hier in St. Ives abholt und auf direktem Weg nach Ryde in die Schule fährt. Abfahrt ist jeweils 7.50 Uhr. Am Nachmittag um 14.10 Uhr hole ich die Jungs dann direkt in der Schule ab, damit ich den Kontakt zu den Lehrern und auch zu den anderen Müttern pflegen kann. Um diese Zeit ist es auch kein Problem, die 11 km hin –und her zu fahren.

Mittwoch, 14. November 2007

Cicadas

Als ich vor einiger Zeit eine Art Riesenfliege aus dem Badezimmer entfernen musste, habe ich noch nicht realisiert, mit welchem Insekt ich es zu tun hatte. Im November hat hier in Sydney die Cicadas-Season (Zikaden) begonnen. Das bedeutet, das jeweils Abends pünktlich nach Sonnenuntergang die Cicadas-Männchen ihren typischen Gesang ertönen lassen. Dieser ist so penetrant und laut, dass man ausser Haus kaum noch Nachbargespräche führen kann. Zudem hat der Klang die Eigenschaft, nicht aus einer bestimmten Richtung zu kommen. So habe ich es nicht geschafft, einer nahen Tonquelle zu folgen und eines dieser harmlosen Insekten in Aktion zu sehen. Nach 1-2 Stunden dann ist das Konzert vorbei und Ruhe kehrt wieder ein.
Das faszinierende an diesen Tieren ist ihr langer Lebenszyklus: Oft 5 Jahre, bei gewissen Arten auch 13 oder 17 Jahre. Von dieser Zeit verbringen sie jedoch am Ende nur wenige Wochen über dem Boden. Die Dauer des Lebenszyklus folgt bei einigen Arten der Reihe der Primzahlen. Dies soll es den Feinden erschweren, sich den Zyklen anzupassen.

Sonntag, 11. November 2007

St. Ives



Seit 2.5 Wochen wohnen wir nun in der Vorortsgemeinde St. Ives und es gefällt uns sehr gut. St. Ives ist eine sehr ruhige Wohngegend, 16km nord-westlich vom Stadtzentrum, bestehend aus Einfamilienhäusern (resp. besser gesagt “Einfamilien-Schlössern” ) und 17’000 Einwohnern. St. Ives hat eine breite südafrikanische Bevölkerung, was sich in den Einkaufsläden und Restaurants bemerkbar macht. Unser direkten Nachbarn sind aber multikulturell, sie kommen aus Schottland, Holland, London und eben von Südafrika.
Früher hatte es in dieser Gegend grosse Apfelkulturen, diese mussten aber dem grösser werdenden Bedarf an Wohnraum der Sydneyaner Platz machen. St. Ives grenzt direkt an den Ku-ring-gai National Park. Dies bedeutet für uns: Viel Raum zum Biken, Wandern, Joggen und Baden. Man bewegt sich völlig abseits der Zivilisation, nur umgeben von Eukalyptus-Bäumen und geniesst traumhaufte Aussichten auf die diversen Meerarme. Kaum zu glauben, dass wenige Kilometer entfernt eine 4.5 Mio-Stadt ist.

Dienstag, 6. November 2007

Melbourne Cup

Ich habe bei meiner Arbeitsstelle unter anderem die Aufgabe, ein Team von Software Spezialisten aufzubauen und auszubilden. Dazu habe ich ein einwöchiges Seminar organisiert und eine Referentin aus USA einfliegen lassen. Die Seminarteilnehmer sind Leute aus meinem Team, aber auch aus der ganzen Firma (auch aus Neuseeland und Melbourne). Heute, am dritten Seminartag wurden wir um 2:40 pm plötzlich unterbrochen, als ein Techniker das Seminarzimmer betrat und begann, am Grossbildschirm den Fernseh-Sender einzustellen. Fünf Minuten später kam der Personalchef herein, schwer beladen mit Hahn Six-Packs und Champagner Flaschen. Bald schon waren alle Tische belegt mit Snacks und Gläsern. Um 3 Uhr fand in Melbourne das wichtigste Pferderennen statt und dieses Spektakel wollte sich niemand entgehen lassen. Immerhin war im Staat Victoria (Melbourne) heute ein offizieller Feiertag. Am Mittag wurde der Arbeitsplatz des Finanz-Controllers kurzerhand zum firmeninternen Wettbüro umfunktioniert. Ich bin zwar kein Gambler-Typ, habe mich aber trotzdem überreden lassen 10$ einzusetzen und habe die 12. und 14. gesetzten Pferde gezogen. Nach 30 Minuten war der Spuk vorbei und die Leute kehrten wieder zur Arbeit zurück. Ich konnte meinen Gewinn (14. gesetzte Pferd hat gewonnen!) von 50$ abholen und das Seminar ging, umgeben von leeren Flaschen und zerdrückten Chips, wieder weiter.

Donnerstag, 1. November 2007

Opera House Spectacular

Ende Oktober war es soweit: Die 5. und 6. Klassen von Ryde (Stadtteil im Norden von Sydney) durften beim „Ryde Schools Spectacular“ im Syndey Opera House auftreten. Die Klasse von Noel war beim Chor mit dabei und hat während den letzten Monaten 12 englische Lieder (inklusive der australischen Nationalhymne) einstudiert.

Schon mehere Tage im Voraus war die Nervostät der Kinder spürbar. Natürlich freuten auch wir Eltern uns riesig auf diesen Anlass, bot sich uns doch die Möglichkeit, das weltberühmte Opernhaus erstmals zu besuchen. In einem gut dreistündigen Spektakel wurde uns ein abwechslungsreiches Programm mit bunten Tanz- und modernen Showeinlagen dargeboten. Dazwischen jeweils sang der etwa 600 köpfige in schwarze T-Shirts gekleidete Chor in Begleitung einer Band. Die gesamte Choreografie war beeindruckend, ebenso wie die gesamte Planung im Hintergrund. Trotz eines Probenachmittages war es bestimmt nicht einfach, so viele Schüler zum richtigen Zeitpunk am richtigen Ort bereit zu haben. Das Spektakel endete mit einem grossartigen Finale mit allen teilnehmenden Schülern zusammen auf der Bühne.

Beeindruckend war auch die Interaktivität des Publikums. Viele der stolzen Eltern konnten sich beim Anblick ihrer Söhne oder Töchtern auf der Bühne nicht mehr zurückhalten und haben sich jeweils lautstark in Szene gesetzt.

Im KKL werden wir dies dann auch mal ausprobieren.