Mittwoch, 18. März 2009

Die Würfel sind gefallen

Nach wunderschönen Ferien über Neujahr in Neuseeland planen wir nun die Rückkehr im europäischen Sommer in die Schweiz zurück. Somit sind unsere Tage hier in Sydney bereits gezählt, sind wir doch in 3 Monaten schon wieder am Packen unseres Hausrates.

Doch bevor wir in die Schweiz umziehen können, benötigen wir eine Wohnung resp. ein Haus. Wir haben ja vor unserer Abreise unser Haus in Kriens verkauft. Also machten wir uns im Januar 2009 auf die Suche. Wird es Vermieter geben, die ihre Wohnung an eine Familie vermieten, die sie nie gesehen haben, stellten wir uns etwas ängstlich die Frage.
JA – solche gibt es! Das können wir heute sagen. Nach nur gerade einer (!) Bewerbung (durch uns telefonisch aus Sydney und vor Ort durch meine Eltern) haben wir unser neues Zuhause gefunden. Ab Mitte Juli 2009 werden wir an der Luegetenmatte in Malters wohnen. Noel und Corsin sind bereits in der Schule angemeldet und Mats ist zur Zeit im Gespräch mit Landis+Gyr in Zug betreffend seines Jobs ab August.
Und ich ?? Ich werde mal unseren Umzug organisieren, dafür sorgen, dass wir wieder in den Schweizer Rhythmus kommen und dann von der Schweiz aus mich nach einer neuen Anstellung als Lebensmittel-Ingenieur umsehen.




Dienstag, 2. Dezember 2008

Red Centre

Im Oktober machten wir uns auf ins Rote Zentrum von Australien: Alice Springs, Kings Canyon und Uluru (Ayers Rock) wollten wir uns ansehen. Wir starteten in Sydney bei frühlingshaften 15 °C, The Alice (Kosewort der Aussies für Alice Springs) empfing uns mit 35°C !
Alice Springs ist ein kleines Städtchen mit rund 30'000 Einwohnern, mitten im Nirgendwo, eingebettet in Hügelzüge. Zum Stadtbild gehört ein meistens ausgetrocknetes Flussbett.

Erschreckend in Alice Springs sind die vielen dahinvegetierenden Aborigines. Anders als in der Region Sydney sind die Eingeborenen im Red Centre sehr dunkel bis schwarz und haben geschwulstige und grobe Gesichtszüge, sehen also nicht gerade schön aus. Sie haben keine Jobs und wissen nicht, was den lieben langen Tag tun sollen.

40'000 Jahre lang haben die Aborigines in und mit der Natur gelebt: Waren Sammler und Jäger mit starken Traditionen und vielen Mythen und Geschichten. Dann plötzlich kamen die europäischen Missionare und wollten die Eingeborenen zivilisieren. Die Kinder wurden den Eltern entzogen und in europäische Familien gesteckt zur Erziehung (die sogenannte „Stolen Generation“). Die Aborigines mussten die gesamte Entwicklung von ihrem Steinzeitdasein zur heutigen Zivilisation, welche in Europa viele Hundert Jahre dauerte, in kürzester Zeit durchleben – und dabei blieben viele auf der Strecke. Sie wurden vom zivilisierten westlichen Lebensstil überrollt und stürzten ab in Einsamkeit, Alkohol und Bitterkeit.

In Sydney beginnt allmählich ein Nebeneinander, aber in Regionen wie Alice Springs haben die Aborigines nach wie vor noch keinen Platz im westlichen Lebensstil.
Unsere Reiseführerin beim Uluru erzählte uns ihre Geschichte: Geboren als Aborigines, wurde auch sie von ihren leiblichen Eltern getrennt und nach Alice Springs zu einer Gastfamilie geschickt. Doch sie hatte Glück: Ihre Mutter durfte sie jederzeit besuchen und der Kontakt zur Familie blieb bestehen. Heute ist sie eine der wenigen Aborigines, die sowohl englisch wie auch mehrere Eingeborenensprachen spricht und sich in beiden Welten durchschlagen kann. Sie hilft derzeit mit, die Aborigines-Sprachen, welche nur gesprochen nicht aber geschrieben werden, zusammenzutragen und aufzuschreiben.

Der Ausflug ins Rote Zentrum hat uns einen ganz neuen, schönen aber auch sehr nachdenklichen Eindruck von Australien aufgezeigt.

Samstag, 11. Oktober 2008

Sydney Running Festival

Vor zwei Wocheng fand in der City das Sydney Running Festival statt, rund 25'000 LäuerInnen waren unterwegs. „Einmal über die Harbour Bridge rennen, das muss sein“ sagten wir uns. Also meldeten wir uns in der kürzesten Kategorie „Family Fun Run“ über 4km an. Der Lauf führt vom Milsons Point (direkt unterhalb der Bridge auf der Nordseite) über die für die Autos gesperrte Harbour Bridge zur Opera. In unserer Kategorie waren 4'500 LäuferInnen unterwegs, ob rennend oder spazierend, ob 6- oder 80-jährig, alles war dabei.

Sibylle und Corsin starteten bewusst mit anderen Kindern und Eltern der Deutschen Schule in der hinteren Hälfte. Noel hingegen schaffte es - mit Unterstützung von Linda Sesta-Hollenstein - in der ersten Reihe einzustehen! Denn sein Ziel war ein schneller Lauf. Als Corsin und Sibylle bei der Startlinie vorbeikam, war Noel schon weit... Dies spielte aber keine Rolle, da jeder Läufer einen Chip bei sich trug, welcher die effektive Start- und Zieldurchlaufzeit notierte.

Die Sicht beim Start, dann aber vor allem von der Bridge aus war wunderschön: Frühmorgendliches (7.30 Uhr) Sydney bei Sonnenschein und 24 °C – was wollte man mehr. Doch Noel hatte wohl keine Zeit, sich um die Stadt-Schönheiten zu kümmern: Er lief ein fulminantes Rennen und benötigte für die 4km nur 17 Min.24 Sek, was Rang 28 der total 4'500 bedeutete. Auch Corsin hielt sich super und beendete den Lauf mit rund 24 Min. auf Rang 522.
Nach der Arbeit das Vergnügen: Um die verlorenen Kalorien wieder zu ersetzen, genossen wir anschliessend ein „Bavarian Breakfast“ im Löwenbräu in the Rocks.


Samstag, 13. September 2008

Eröffnung der neuen Schule in Sydney

Gerade richtig zum 13. September fand sich der australische Frühling resp. Vorsommer ein: Ganzer Tag Sonnenschein bei 27°C. Dies war sehr wichtig, denn an diesem Tag fand die grosse Eröffnungsfeier „unserer“ neuen Schule in Terrey Hills, Sydney statt.
Die Stimmung war grossartig, der Menschenauflauf auch. Alles war fein rausgeputzt, die letzten Arbeiten an den Gebäuden fanden noch wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier statt. Der Anlass ist voll gelungen und die Schule konnte sich im besten Licht präsentieren. Nun hoffen wir auf zahlreiche Anmeldungen von neuen Schülern. Derzeit besuchen 220 Kinder die Schule, die Räumlichkeiten könnten aber bis 350 Schüler aufnehmen.

Für Noel und Corsin war es ein wunderschöner Tag mit all ihren Schulgspändli, für Mats ein paar gemütliche Stunden mit Weizenbier und Freunden. Für mich als Member of the Board of Directors war der Tag mit Represenations- und Organisationsaufgaben gefüllt. Für mich ging mit dem Fest eine
intensive Vorbereitungszeit zu Ende. Eine Zeit, wo ich täglich in der Schule war und mich irgendwie nützlich zu machen versuchte: Sei es beim Plakat-Entwerfen, beim Visitenkarten-Schneiden, beim Organisieren von Parkplätzen oder beim Suchen von Helfern/innen für Vorbereitungs- und Aufbauarbeiten. Nun hoffe ich, ab Montag wieder etwas mehr Zeit in unserem Haushalt und beim Sport verbringen zu können...











Mittwoch, 3. September 2008

OL-Saison im australischen Winter


Da der Sommer zu heiss ist (oder, weil es im Sommer zu viele giftige Tiere à la Schlangen unterwegs im Wald hat?), findet die australische OL-Saison im Winter statt. Seit März sind wir regelmässig, d.h. alle 2-3 Wochen, in der näheren und weiteren Umgebung von Sydney an Wettkämpfen unterwegs. Die Fahrtzeiten betragen zwischen 1 – 4 Stunden pro Lauf! So werden auch hier häufig OL-Weekends angeboten, d.h. 2 Läufe an einem Wochenende mit Übernachtung.

Diese „OL-Reisen“ bringen uns Australien auf eine ganz andere Art näher. Wir kommen in Gebiete, wo sich sonst kein Ausländer und wohl auch nur wenige Australier hin verirren.

Letztes Wochenende waren wir in der Region von Mona Vale, ca. 2 h südlich von Sydney. Wunderschöner Eukalyptuswald mit fast keiner Bodenvegetation, d.h. für OL-Insider: Schnelles Vorwärtskommen und offene Sicht. Der Kompass war gefragt, da es in solch abgelegenen Gebieten kaum Wege und andere deutliche Objekte gab (Mats hatte leider den Nord-Kompass eingepackt ...)
Dass uns die Känguruhs während den OL’s um die Ohren rennen, sind wir inzwischen gewohnt. Doch diesmal waren zudem viele Emu’s im Wald unterwegs ! Eindrücklich, wenn diese „Vogel Strauss“-Fiecher vor einem davon rennen, da bebt schon fast die Erde. Am Samstag ist Sibylle während dem Lauf zudem fast auf ein Echidna (= Igel-ähnliches Tier) gestanden.


Dass es wirklich Winter ist in Australien, zeigt das Bild vom Sonntag morgen: Minusgrade mit weissem Frost auf den Wiesen!



Montag, 18. August 2008

Back Home

Nach 4 Wochen wunderschönen Sommerferien in der Schweiz mit Vollpension bei den Eltern/Grosseltern im Obernau sind wir nach Sydney zurückgekehrt. Da Matthias in Australien geblieben war, fiel uns der Abschied in der Schweiz nicht gar so schwer und auch die Jungs freuten sich darauf, „nach Hause“ zu gehen.

Den Rückflug hätten wir eigentlich ganz gut überstanden, wenn nicht Corsin ca 3 Stunden vor der Zwischenlandung in Singapore durch einen immer stärker werdenden Juckreiz im After zunehmend unruhiger wurde. Kaum gelandet, hiess es Arzt aufsuchen, denn mit einem weinenden, wild hüpfenden und jaulenden Junge konnte ich den 8-Stunden Flug von Singapore nach Sydney nicht in Angriff nehmen. Die Diagnose des Arztes: Würmer (aufgelesen in der Schweiz !?). Die vom Arzt verschriebenen Medikamente haben jedenfalls geholfen, Corsin hat fast den ganzen Flug geschlafen und die Würmer haben sich seit diesem Zwischenfall nicht mehr gemeldet...


So gross die Freude war, Matthias wiederzusehen, so gross war aber auch der Temperaturschock ! Seit nun 2 Wochen sind wir wieder am frieren: Im Haus schwanken die Temperaturen zwischen 20 °C (mit Heizöfeli) und 11 °C (ohne).
Noch etwa 3 Wochen, dann sollte die kälteste Zeit überstanden sein – sagen jedenfalls die Australier. Die gleichen sagen aber auch, dass sie noch nieeeeeee einen soooooo kalten Winter hatten. Wer’s glaubt? Seitdem wir hier sind, scheinen wir alle Rekorde zu brechen: der nässeste Sommer, der kälteste Winter, der wärmste Oktober, der nässeste November. Wir laufen jedenfalls wieder in Lammfellschuhen, Lammfelljacken, Lammfellsocken und mit Lammfellschal in der Wohnung rum.

Dienstag, 5. August 2008

Ferien in der Schweiz

Vor unserem Abflug Richtung Schweiz am Sonntagnachmittag absolvierten wir am Morgen noch einen Orientierungslauf. Der Lauf zählte für die Meisterschaft zwischen den OL-Klubs rund um Sydney und für uns war klar, dass wir da noch dabei sein wollten. Geduscht und fertig gepackt wurde dann direkt am Flughafen...

Die ersten Tage in der Schweiz waren schon speziell für uns: So lange waren wir weg und doch hat sich in unseren Augen nichts verädert - als ob die Zeit stillgestanden wäre in der Schweiz ! Alles ging seinen gewohnten Lauf und ich kam mir – irgendwie fremd und aufgesetzt – wie ein Beobachter vor.
Doch dies legte sich schnell und das Wiedersehen mit allen Verwandten, Freunden und Bekannten war wunderschön und wir wurden überall mit offenen Armen empfangen und eingeladen. Wir genossen die 4 Wochen in vollen Zügen, die Jungs durften sogar bei Freunden übernachten und 1-2 Tage mit der „alten“ Schulklasse in die Schule gehen.
Herzlichen Dank an Euch alle, es hat uns riesig gefallen und wir freuen uns schon auf das nächste Wiedersehen!